Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn:
„Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?“
Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf,
umklammerte ihn und jammerte:
„Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?“

(Zen-Geschichte)

Wie wirkt das Waldbaden?

Beim Waldbaden treffen das Immunsystem der Menschen und der Pflanzen aufeinander und kommunizieren miteinander. Terpene, immunstärkende Substanzen, sind Hauptbestandteil der in Pflanzen produzierten ätherischen Öle. Sie werden über die Haut und über unsere Atmung aufgenommen und können zum Großteil von unserem menschlichen Immunsystem entschlüsselt werden.

Aufenthalte im Wald regulieren den Puls, senken den Blutdruck und fördern eine verstärkte Produktion des Herz-Schutz-Hormons DHEA in der Nebenniere.  Der Parasympathikus, der uns Ruhe und Entspannung bringt, wird aktiviert, sodass die Bildung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin heruntergefahren wird.

Nach einem Tag im Wald steigen nachweislich die Zahl und die Aktivität unserer natürlichen Killerzellen. Unsere Immunabwehr, die insbesondere durch hohen Stress massiv geschwächt wird, kann – am besten durch regelmäßige Waldbäder – wieder aktiviert und gestärkt werden.

Selbst Stimmungsschwankungen, Erschöpfungszustände, Angst und Aggressionen nehmen im Wald ab und bei vielen Menschen werden bei einem längeren oder regelmäßigen Aufenthalt im Wald regelrecht Glückshormone ausgeschüttet.

Doch nicht nur die Psyche und das Herz-Kreislaufsystem werden gestärkt. Das Waldbaden regt all unsere Sinne an. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen werden bewusst erlebt: das Moos fühlen, die Nadelbäume riechen, Insekten beobachten, dem Gesang der Vögel lauschen, Kräuter oder Beeren naschen usw.
Die basale Stimulation im Wald bewirkt eine intensive Wahrnehmung des eigenen Körpers, lässt uns sensibler, achtsamer und konzentrierter werden. Über diese intensive Erfahrung mit uns selbst treten wir beim Waldbaden wieder in Verbindung mit der Natur – eine Verbindung, die schon immer in uns angelegt war, die jedoch durch unsere moderne Zivilisation irgendwann verloren gegangen ist.  Instinktiv wissen wir nämlich alle, wie wohltuend, erholsam und entspannend Feld, Wald und Wiesen für uns sind. Wir müssen uns nur wieder rückbesinnen auf die wunderbaren Kräfte, die uns die Natur bietet.
Also: nichts wie rein in die Schuhe und raus in den Wald!

Trotz seiner vielfältigen, präventiven Wirkung ist das Waldbaden keine Methode, die heilen kann. Ein Waldbad vermag die Gesundheit zu stärken oder Genesungsprozesse positiv zu unterstützen, den Geist klarer zu machen und die Psyche zu entspannen. Wer krank ist, sollte daher unbedingt einen Arzt aufsuchen!

X Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung